Die nachfolgenden Informationen ersetzten keinesfalls eine ärztliche Diagnose und Beratung.

Besenreiser (Besenreiservarizen)

Besenreiser: was ist das?

Als Besenreiser (Besenreiservarizen) werden sehr feine, erweiterte und geschlängelte Venen in den obersten Hautschichten bezeichnet. Diese Reisigbesen-artig verästelten Gefäße haben vor allem kosmetische Bedeutung. Besenreiser entstehen hauptsächlich an den Beinen, oft zuerst im Bereich der Fußgelenke. Auch in den Kniekehlen und der Außenseite der Oberschenkel treten sie bevorzugt auf. Frauen sind dreimal häufiger als Männer betroffen. Besenreiser können einen Hinweis auf Venenleiden geben.

Symptome von Besenreisern

Die Besenreiservarizen sind kleinen Hautvenen, die durch eine Erweiterung ihres Durchmessers (bis 1 mm) sowie rot-bläulich geschlängelte, netzartige Struktur auffallen. In der Regel verursachen sie keine Beschwerden und sind nicht unbedingt Kennzeichen einer beeinträchtigten Venenfunktion. Sie können aber auch infolge von Veränderungen im tieferen Venensystem, z. B. bei nicht mehr optimaler Funktion der Venenklappen, entstehen. Drückt man auf die Besenreiser, so entleeren sie sich, füllen sich aber nach Ende der Druckeinwirkung rasch wieder. Beschwerden wie Stauungsgefühl oder Schmerzen fehlen meist. Wenn diese vorhanden sind, weist das auf eine Beteiligung des tiefen Venensystems hin.

Ursachen von Besenreisern

Besenreiser entstehen aufgrund einer Wandschwäche der kleinen Hautvenen, die unter Einwirkung des Drucks in den Gefäßen zu deren Erweiterung führt. Ihre Bildung wird durch eine Venenstauung begünstigt. Häufig treten Besenreiser in Verbindung mit Krampfadern (Varizen) auf. Als Faktoren, die zur Entstehung von Besenreisern beitragen, kommen in Frage:

  • Bindegewebeschwäche (oft erblich bedingt)
  • Hormonelle Umstellungen (Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Medikamente (Antibabypille, Blutdrucksenker)
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Langes Stehen und Sitzen im Beruf

Diagnose von Besenreisern

Besenreiser können bereits optisch (Sichtdiagnose) diagnostiziert werden. Doch auch die Krankengeschichte (Anamnese) ist von Interesse: beispielsweise seit wann die Besenreiser bestehen und ob sie Beschwerden machen. Zu den Fragen der Anamneseerhebung zählen auch die familiäre Belastung, Risikofaktoren sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Da Besenreiser ein erster Hinweis auf eine chronische Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz CVI) sein können, ist vor einer Behandlung die Untersuchung des gesamten oberflächlichen und tiefen Venensystems erforderlich. Die Diagnostik erfolgt mittels Ultraschall bzw. Duplexsonografie.

Wie kann man Besenreisern vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung gegen Besenreiser ist es, die beschriebenen Risikofaktoren so gering wie möglich zu halten. Empfehlenswert sind:

  • Bewegung so häufig wie möglich, häufige Wechsel der Position, Hochlegen der Beine
  • Sport und Gymnastik, auch Venengymnastik zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe
  • Reduktion von Übergewicht und gesunde Ernährung
  • Bequeme, flache Schuhe zur Unterstützung der Wadenmuskelpumpe
  • Regelmäßige Wechselduschen oder „Kneippsche Güsse“ für die Beine

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Besenreisern?

Aus medizinischer Sicht ist eine Entfernung von Besenreisen nicht zwingend nötig. Aktuell werden unterschiedliche Verfahren zur Beseitigung von Besenreisern angewandt.
Eine der Methoden ist die sogenannte Sklerotherapie (Verödung) mit Alkohol. Dabei wird das Verödungsmittel in die Gefäße eingespritzt. Das Verödungsmittel löst eine Entzündung/Reizung der Venenwand aus, die wiederum dazu führt, dass die Venenwände verkleben. Der Körper baut diese veränderten Venen nach und nach ab. Die Anzahl der Therapiesitzungen hängt vom Schweregrad ab. Nebenwirkungen können kleine Blutergüsse oder Venenentzündungen sein. Bräunliche Verfärbungen um die Einstichstelle sind ungefährlich und klingen wieder ab. Meist sind mehrere Therapiesitzungen notwendig. Im Anschluss an die Behandlung sollten medizinische Kompressionsstrümpfe wie z. B. BORT AktiVen® getragen werden.
Sehr kleine Gefäße lassen sich durch eine Laserbehandlung veröden. Bei dieser Methode wird ein Laser an den betroffenen Stellen platziert, wobei der Verschluss der Gefäße durch eine Erhitzung des Venengewebes erreicht wird. Je nach Tiefe der Besenreiser werden mehrere Sitzungen benötigt, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Das Verfahren ist schonender als die Sklerotherapie. Nebenwirkungen sind Rötungen der Haut, die nach einem gewissen Zeitraum abklingen.

Stand: 12.August 2022