Die nachfolgenden Informationen ersetzen keinesfalls eine ärztliche Diagnose und Beratung.

Sprunggelenksdistorsion

Sprunggelenksdistorsion: was ist das?

In der Fachsprache ist dies die Bezeichnung einer Verletzung der Bänder und/oder der Gelenkkapsel des Sprunggelenks, die umgangssprachlich auch „Verstauchung“ genannt wird. Typisch sind Schmerzen im Bereich des Sprunggelenks nach kräftigem Umknicken, etwa beim Sport oder auch im Alltag. Häufig erfolgt das Umknicken über die Außenkante des Fußes, was mit einer Überdehnung im Kapsel- und Bandapparat des Gelenks einhergeht. Es kann auch zu einem Anriss oder einem vollständigen Abriss (Ruptur) der inneren und äußeren Seitenbänder kommen. Häufig entstehen derartige Verletzungen bei Sportarten wie Squash, Tennis und anderen Ballsportarten.

Ankle joint distortion

Symptome einer Sprunggelenksdistorsion

Zu den typischen Symptomen einer Sprunggelenksdistorsion zählen starke Schmerzen, rasch auftretende Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit, Bluterguss (Hämatom) bei eingerissenen Blutgefäßen und anderen Gewebeverletzungen sowie Druckschmerz im Bereich der Verletzung.

Einteilung einer Sprunggelenkdistorsion

Grad 1: Die Bänder sind überdehnt, aber nicht gerissen. Das Sprunggelenk ist stabil, wobei der Knöchel schmerzt und angeschwollen ist (Bänderzerrung).

Grad 2: Die Bänder sind massiv überdehnt bzw. ein oder mehrere Bänder sind angerissen, aber nicht vollständig durchtrennt. Das Gelenk weist eine geringe Instabilität auf, wobei Schmerzen und Schwellung das Gehen erschweren. Auch ein Bluterguss kann vorhanden sein (partieller Bänderriss).

Grad 3: Ein oder mehrere Bänder sind komplett durchtrennt. Das Gelenk weist eine hohe Instabilität auf und der Knöchel ist massiv geschwollen, meist begleitet von einem umfangreichen Bluterguss (vollständiger Bänderriss).

Ohne adäquate Therapie kann eine Distorsion zu Komplikationen und Spätfolgen führen, wie beispielsweise anhaltende Instabilität des Gelenks, Fehlstellung und Gelenkverschleiß (Arthrose).

Diagnose einer Sprunggelenksdistorsion

Die Verdachtsdiagnose wird anhand der Anamnese, d. h. der Beschreibung des Unfallhergangs, sowie einer klinischen Untersuchung durch einen Orthopäden oder Unfallchirurgen gestellt. Hierzu stehen verschiedene Tests zu Verfügung, anhand derer das Ausmaß der Verletzung eingeschätzt werden kann. Zur genaueren Diagnostik können bildgebende Verfahren wie ein Röntgenbild in zwei Ebenen oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) herangezogen werden.

Wie kann man einer Sprunggelenksdistorsion vorbeugen?

Da es viele Stolperfallen bzw. Gelegenheiten gibt, sich eine Sprunggelenksverletzung zuzuziehen, gilt es als beste Vorbeugung die Gelenke zu trainieren. So können beispielsweise Koordinationsübungen die Kinästhesie (Bewegungsempfindung) verbessern, indem der Körper über verschiedene Rezeptoren äußere Reize erkennen und dementsprechend rasch reagieren kann. Auch eine ausreichende Aufwärmphase beim Sport sowie passendes Schuhwerk können zur Verletzungsvorbeugung beitragen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einer Sprunggelenksdistorsion?

In der Regel erfolgt die Therapie konservativ, d. h. nicht-operativ – eventuell mit stabilisierenden Verbänden („Bandagen“) oder Orthesen.
Als Sofortmaßnahme sollte nach der PECH-Regel (Pause, Eis, Kompression und Hochlagern) vorgegangen werden:
Pause einlegen: Die betroffene Partie sollte sofort geschont werden.
Eis auflegen: Mittels Kühlung können Blutergüsse und Schwellungen vermindert werden. Eis sollte jedoch nie längeren direkten Hautkontakt haben, da sonst die Gefahr von Erfrierungen besteht.
Kompression: Mittels eines Kompressionsverbands kann ebenfalls einer massiven Schwellung vorgebeugt werden. Bei starken Schmerzen kann ein Schmerzgel verwendet werden, als pflanzliche Alternativen kommen Arnika oder auch Beinwell in Frage.
Hochlagern: Das Hochlagern des Fußes trägt dazu bei, die Blutzufuhr in der betroffenen Region zu verringern und so die Schwellung zu vermindern.
In den ersten Tagen nach einer Sprunggelenksverletzung kann eine Gehstütze sinnvoll sein. Nach Abklingen der Akutphase wird häufig für 4-6 Wochen eine Sprunggelenkorthese verordnet. Außerdem können Kräftigungs- und Koordinationsübungen sowie sensomotorisches Training für einen optimalen Heilungsverlauf sorgen.

Sind mehrere Bänder verletzt oder sogar vom Knochen abgerissen, kann eine Operation sinnvoll sein. Vor allem, wenn neben dem Außen- auch das Innenband oder das Verbindungsband zwischen Schien- und Wadenbein (Syndesmose) verletzt ist.