Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Diagnose und Beratung.

Handgelenksarthrose

Handgelenksarthrose: was ist das?

Eine Handgelenksarthrose kann durch altersbedingte Abnützungserscheinungen des Knorpels, aber auch durch einseitige Belastung im Beruf, infolge von Entzündungen (z.B. Gicht) oder Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes Mellitus), entstehen. Auch Knorpelabsprengungen durch einen Unfall oder fehlverheilte Knochenbrüche sowie Bandverletzungen können im betroffenen Gelenk zu einer Beeinträchtigung der komplexen Gelenkfunktion führen und dadurch den Knorpelverlust (Arthrose) begünstigen.

Symptome einer Handgelenksarthrose

Die typischen Symptome einer Handgelenksarthrose sind im Anfangsstadium meist belastungsabhängige Beschwerden, die sich meist als diffuse und dumpfe Schmerzen – eventuell auch als ein Brennen – äußern. Häufig bestehen auch sogenannte Morgenschmerzen mit relativer Gelenksteife, die im Laufe des Tages etwas nachlassen (Anlaufschmerz). Im fortgeschrittenen Stadium treten vermehrt belastungsabhängige Beschwerden (Bewegungsschmerz) auf. Die nächste Stufe sind Ruheschmerzen, quälend ist hierbei insbesondere der Nachtschmerz. Der fortschreitende Abbau des Knorpels und die Schädigung des darunterliegenden Knochens führen zur Einschränkung der Beweglichkeit des Handgelenkes, zu schmerzhaften Schwellungen bis hin zum Funktionsverlust.

Ursachen einer Handgelenksarthrose

Häufigste Auslöser der Handgelenksarthrose sind (nicht korrekt verheilte) Handgelenksbrüche. Aber auch entzündliche Leiden wie z.B. Gelenkrheumatismus können eine Rolle spielen. Als weitere Ursachen kommen chronische Fehl- oder Überbelastungen im Rahmen von Leistungssport oder körperlicher Arbeit in Frage. Auch über eine genetische Veranlagung wird diskutiert.

Diagnose der Handgelenksarthrose

Anhand des Beschwerdebildes und der Angaben der Patienten (Anamnese) kann bereits eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Mittels Röntgen kann diese vorläufige Diagnose bestätigt werden. Ergänzend können auch Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (MRT) herangezogen werden. Der Verlust des Knorpels am Handgelenk (Handgelenksarthrose) ist auf den Röntgen- oder CT/MRT-Bildern am verschmälerten oder gänzlich fehlenden Gelenkspalt erkennbar.

Wie kann man einer Handgelenksarthrose und deren Fortschreiten vorbeugen?

Ein Vorbeugen ist kaum möglich, da die Ursachen zu vielschichtig sind. Nach Unfällen kann eine konsequente Durchführung von speziellen Übungen für das Handgelenk im Rahmen einer Krankengymnastik sinnvoll sein. Bei vorbestehender Arthrose ist der Schutz vor Überlastung z. B. durch Bandagen und Orthesen während der Arbeit und in Belastungssituationen sinnvoll. Helfen können auch Dehnungsübungen und gezielte Übungen zur Mobilisierung des Handgelenks sowie die Kräftigung der umliegenden Muskulatur.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einer Handgelenksarthrose?

Je nach Stadium der Arthrose können konservative Behandlungsmethoden oder auch eine Operation zum Einsatz kommen.

Konservative Behandlung

In der Regel beginnt die Behandlung mit einer Kombination aus Krankengymnastik und entzündungshemmenden bzw. schmerzstillenden Medikamenten. Außerdem können Bewegungsübungen, Kälte- oder Wärmeanwendung sowie Gelenkentlastung mittels Handgelenkbandage oder -orthese, wie z. B. die BORT ManuBasic®, BORT Generation Handgelenkorthese oder BORT ManuStabil® kurz, hilfreich sein.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend wirken, kann eine einmalige Verabreichung von Kortison in das Gelenk die akute Entzündung reduzieren. Als Alternative stehen Hyaluronsäure oder autologes konditioniertes Plasma (ACP) – gewonnen aus dem eigenen Blut – zur Verfügung.

Operative Behandlung

Bei beginnender oder mittlerer Knorpelschädigung kann eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) des Handgelenks sinnvoll sein. Im Rahmen der Arthroskopie werden entzündete Gelenkschleimhaut und freie Gelenkkörper aus dem Gelenk entfernt.

In besonderen Fällen kann eine Knorpeltransplantation erfolgen, beispielweise bei einer Arthrose des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose), einer verletzungsbedingten Pseudarthrose oder der Kienböck´schen Erkrankung. Bei stark fortgeschrittenem Knorpelverschleiß besteht die Option einer Voll- oder Teilversteifung des Handgelenks (Arthrodese).

Referenz: Arthrosen der Handwurzel und des Handgelenks
https://www.d-k-h.de/leistungsspektrum/fachabteilungen/klinik-fuer-handchirurgie/art-handgelenksarthrose zuletzt besucht am 04.05.2021

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