Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Diagnose und Beratung.

Hallux valgus

Hallux valgus: was ist das?

Als Hallux valgus wird eine Fehlstellung des Großzehengrundgelenks bezeichnet, bei der die Großzehe im Grundgelenk zur Außenseite des Fußes abweicht und die anderen Zehen verdrängt (siehe Abbildung 1).

Oftmals entsteht dieser als Folge eines Spreizfußes, der beispielsweise durch das Tragen von zu hohen oder zu engen Schuhen begünstigt wird. Weitere Ursachen eines Hallux valgus können neben Verletzungen, Bindegewebsschwäche und erblichen Anlagen auch Übergewicht sein.

Abb. 1. Hallux valgus: Die namensgebenden Symptome sind die Fehlstellung der Großzehe und der resultierende hervortretende Zehenballen.

Zu Beginn kommt es durch die Fehlstellung nur bei bestimmten Belastungen zu Schmerzen, d.h., wenn beim Gehen oder Stehen direkter Druck auf das Gelenk ausgeübt wird. In späteren Stadien können auch belastungsunabhängige Ruheschmerzen auftreten.

Potentielle Auslöser des Hallux valgus können sein:

  • Erbliche Vorbelastung, d.h. gehäuft familiäres Vorkommen
  • Weibliches Geschlecht. d.h. schwächeres Bindegewebe
  • Spreizfuß, Knickfuß, Hohlfuß
  • Entzündliche Gelenkveränderungen
  • Übergewicht
  • Erworbene Fehlstellung, z.B. durch Schuhe mit hohen Absätzen, spitze Schuhe, zu kleine Schuhe
  • Unfall

Je nach Schweregrad unterscheidet der Orthopäde vier Stadien des Hallux valgus:
Stadium 1: Kaum sichtbare Abweichung der Großzehe, wobei bereits Schmerzen im Großzehengrundgelenk bestehen können, eventuell mit Hautreizungen im Bereich des Ballens.

Stadium 2: Entzündung des Großzehengrundgelenks und Hautrötung. Zehe weicht infolge überdehnter Bänder deutlich zur Fußaußenseite ab.

Stadium 3: Der große Zeh schiebt sich über oder unter die Nachbarzehen. Bildung einer Umfangsvermehrung im Bereich des Grundgelenks an der Fußinnenseite.

Stadium 4: Der große Zeh weicht im Grundgelenk in einen Winkel von 90 Grad zur Fußaußenseite ab.

Aufgrund der Fehlstellung kann infolge einer Entzündung des Großzehenballens das Risiko einer Großzehenarthrose (Hallux rigidus) bestehen.

Wie kann man einem Hallux valgus vorbeugen?

Barfußlaufen und Fußgymnastik zur Kräftigung der kurzen Fußmuskulatur tragen zur Gesunderhaltung der Füße bei.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einem Hallux valgus?

Im Anfangsstadium helfen spezielle Einlagen und (Micro-)Orthesen. Hierzu zählen Zehenspreizer, Zehenpolster,  Ballenrollen, Hallux-Pads und Hallux-Schienen. Gymnastik und Barfußgehen, z. B. im Sand oder Gras können in frühen Stadien den weiteren Verlauf des Hallux valgus günstig beeinflussen. Zu den konservativen Maßnahmen gehören auch die medikamentöse Therapie (NSAR = nicht steroidale Anti-Rheumatika) sowie Physiotherapie und manuelle Therapie.

Die Ziele der Therapie sind:

  • Schmerzreduktion
  • Korrektur der Fehlstellung
  • Funktionsgewinn

Operative Maßnahmen sind abhängig vom Stadium der Fehlstellung und verschiedenen Begleitumständen.

Referenz: AWMF-Leitlinie Hallux valgus
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033-018.html zuletzt besucht am 07.04.2021